Triathletin aus Leidenschaft

Aktuelles

Und nun?

Veröffentlicht: Samstag, 11. November 2017, 20:11 Uhr

Es sind mittlerweile 4 Wochen nach dem Ironman auf Hawaii vergangen. Ich sitze auf der Couch, es regnet und es ist richtig eklig draußen. Da kann man die Insel im Pazifik doch schon ganz ordentlich vermissen. Wobei ich mich noch sagen höre, dass dieses heiße, schwüle Klima zum Sport machen ziemlich ungeeignet ist und es wenig Spaß macht, sich in dieser Klimazone so zu quälen. Das sehe ich auch nach wie vor so, aber vielleicht macht das auch gerade den Mythos und Reiz dieses besonderen Triathlons aus. Hart, härter, Hawaii...
Es war ein fantastisches, unvergessliches Erlebnis und das Größte, an dem ich in meiner sportlichen Laufbahn teilnehmen durfte. Blicke ich zurück, so sind die Schmerzen und Qualen am Tag des 14.10. vergessen und ich empfinde Glücksgefühle und Freude.
Nach dem gesundheitlich so schwierigen Start in dieses Jahr, an den ich ebenfalls noch oft zurückdenke, da ich gerade im Januar und Mai einige Tränen vergossen habe, bin ich über den weiteren Jahresverlauf sehr zufrieden.
Bereits nach dem Ironman in Frankfurt befürchtete ich, dass ich mich aufgrund meiner Gelenkprobleme, nur wenig sportlich bewegen könnte. Das heißt, dass meine Dysbalancen und Reizungen in größerem Maß wieder auftreten und ich mir das Thema Triathlon vorerst abschminken könnte. Aber nein, die Reise ging erstaunlicherweise weiter und führte mich nach Hawaii. Auf die Insel und zu dem Wettkampf, von dem der größte Teil der Triathlonwelt träumt und sich immer wieder motiviert, weiter zu trainieren und in allen drei Disziplinen zu verbessern.
Die Zeit zwischen Frankfurt und Hawaii war dann aber doch nicht so einfach, wie man meinen könnte. Nach dem zweiten Triathlon nach dem Ironman in Frankfurt, dem Frankfurt City Triathlon Anfang August, hatte ich mit meinem Fersensporn und Knöchel zu kämpfen. Dies zwang mich die ohnehin schon geringen Laufumfänge auf ein Minimum zu reduzieren. Ich war besorgt, wie ich den Marathon ohne größeres Lauftraining absolvieren sollte. Ins Ziel wollte ich zur Not auch gehen, allerdings nicht von Kilometer 10 an. Es ist so schon ein langer Sporttag, welchen ich nicht mit einer Wanderung beenden wollte. Dank guter physiotherapeutischer und osteopathischer Betreuung reiste ich aber dennoch positiv gestimmt an, denn die Schmerzen waren auszuhalten. Wie über die zehn Vlogs „Kona unchained“ zu sehen, lief es dann doch recht gut. Ich beendete den Marathon in respektablen 3:45 Stunden, konnte mich danach mühelos auf zwei Beinen halten. Und nun, vier Wochen später, schreiben zu können, dass ich heute früh 10 Kilometer ohne Schmerzen gelaufen bin, macht mich sehr glücklich. Nach wie vor ist es nicht möglich, etwas an Tempo im Lauf aufzunehmen. Ruhige, nicht allzu lange Läufe vertrage ich gut und dabei bleibt es. Ich hätte wirklich große Lust, mal an meiner 10Km Zeit zu „arbeiten“ bzw. wieder einen reinen Marathon zu laufen, aber das wird mir mein Körper nicht so einfach verzeihen. Einen Marathon zu laufen und „nur“ zu finishen erfüllt mich nicht. Für eine Zeit unter 3 Stunden reichen ein paar ruhige kurze Trainingsläufe nicht. Das Thema werde ich daher begraben.
ABER: die Tatsache, dass es mit dem Laufen in einem Ironman relativ gut funktioniert bringt mich das zu meinem nächsten Ziel. Obwohl ich selten ein Motivationsproblem habe und die Bewegung einen zentralen Anteil in meinem Leben einnimmt, ist es doch schöner, wenn man ein fernes Ziel vor Augen hat. Gerade so blöde, dunkle Regentage wie heute, führen dazu, dass man wieder ml verrückte Dinge macht.
Auf dem Smart Trainer bin ich heute Mittag einen FTP-Test gefahren. Heißt genau: kurzes Einfahren und dann 20 Minuten „all-out“, also alles was geht. Diese 20 Minuten haben es in sich. Gerade für einen Langdistanzler wie mich. Über einige Stunden kann ich eine gleichmäßige Leistung prima aufrecht erhalten, aber sich mal 20 Minuten richtig weh zu tun, ist so gar nicht mein Ding. Gregor kann das richtig gut und jammert auch nicht so rum wie ich (das ist allerdings auch das einzige Mal...;-) . Ganz ehrlich: lieber fahre ich 4 Stunden entspannt draußen Rad, als nur 20 Minuten diesen Test. Naja, wie gesagt, heute habe ich mich zum „Sufferfest“ überwinden können, da ich wissen möchte, wo ich gerade leistungsmäßig stehe und damit ich bei der Plattform „Zwift“ Werte habe, um im Winter effektiver trainieren (Radfahren) zu können.

Wie heißt es so schön: „Alle guten Dinge sind drei“. So werde ich 2018 bei meiner dritten Langdistanz am Start stehen. Wo? Gute Frage! Ich habe noch so einige Rennen auf meiner Wunschliste und muss nun sehen, was zu realisieren ist. Zeit und Geld spielen leider auch eine große Rolle ;-)

Für alle, die "Kona unchained" verpasst haben: YouTube-Channel Bewegungsarten: https://www.youtube.com/channel/UCzM7xXEUGT4aLe7kkXcnyig

Kona unchained

Veröffentlicht: Dienstag, 26. September 2017, 15:16 Uhr

Kona unchained

Ich stehe kurz vor dem Abflug in ein neues Abenteuer meines Lebens. Nachdem ich beim Ironman in Frankfurt Anfang Juli die Qualifikation für die Weltmeisterschaft auf Hawaii so überraschend klar gemacht habe, hat sich noch einiges getan.

Wenn man sich auf ein so besonderes Sportevent vorbereitet, richtet man sehr viel (einige Triathleten wahrscheinlich alles ;-) ) auf diesen Tag aus.
Was passiert aber am Tag danach?
Mein Ziel war es, in meinem Leben einen Ironman zu finishen. Lange habe ich gebraucht, bis ich körperlich dazu in der Lage war, um mich dafür überhaupt anzumelden. Es gab Zeiten, da habe ich selbst nicht mehr daran geglaubt, mir dieses „Geschenk“ selbst machen zu können. Nun ist es am 09.07. geschehen und ich habe in Frankfurt glücklich die Ziellinie erreicht.

Verrückt, dass ich mich nun in der finalen Vorbereitung auf die WM befinde, dafür auf einem neuen Rad sitze und mich so einige Trainingsstunden dafür „abgerackert“ habe.
So wie Gregor dazu einen kleinen Film gebastelt hat (siehe Link unten) läuft es aber nicht immer. Die letzten Wochen waren –gerade an den Wochenenden- vollgepackt mit langen Radausfahrten, die nicht immer von Sonnenschein und Windstille geprägt waren. Da ich nach meinem zweiten Triathlon (Frankfurt City Triathlon am 06. August) in diesem Jahr mit enormen Knöchel- und Fußproblemen (ja, diesmal keine Hüfte oder Knie) zu kämpfen hatte bzw. noch habe, konnte ich nur sehr wenig laufen und habe mein Training daher weitestgehend auf dem Rad abgespult. Warum nicht Aquajoggen als Alternativtraining? Einfache Antwort: keine Lust! Ich bin Amateursportler, mache das alles aus Lust und Laune und somit darf der Spaßfaktor nicht zu kurz kommen. Klar gibt es Tage, da habe ich auch auf dem Rad nicht den riesen Spaß, aber so ist das im Leben. Ohne Fleiß kein Preis. Aber wenn man sich zu bestimmten Dingen schon im vorhinein absolut überwinden muss, lässt man es doch lieber ganz sein.
Natürlich bin ich auch geschwommen. Ist man allerdings wie ich talentfrei, was diese Disziplin angeht, darf man mehr machen als so manch anderer Triathlet. So fahre ich jeden morgen mit meinem Stadträdchen zur Schwimmhalle und stehe Punkt 6 am Beckenrand. Und das von Montag bis Freitag. Da kommen zwar qualitativ keine tollen Kilometer zusammen, aber quantitativ eben schon. Trainingsmethodisch würde jeder Trainer die Hände über dem Kopf zusammen schlagen. Vielleicht ist auch das einer der Gründe, warum ich eben keinen Trainer habe und auch keinen möchte!
Ich möchte einfach das tun, was mit meinem Berufsleben vereinbar ist, mich sozialverträglich hält, mir Spaß bereitet und mich letztlich auch zu einem ausgeglichenem Menschen macht. Denn so ohne Sport kann ich nicht. Mehr Laufen zu können, einfach die Schuhe anzuziehen und raus in den Wald zu gehen würde vieles vereinfachen, aber es ist orthopädisch für mich einfach nicht umzusetzen. Nun habe ich mich an meinen „besonderen“ Tagesstart mit dem Schwimmen so gewöhnt, dass ich es nicht mehr missen möchte.

So, nun nochmal zum Anfang des Blogs. Das Ziel war EIN Ironman. Nun stehe ich schon vor der zweiten Langdistanz. Was ist jetzt mein Ziel? Das wurde ich in den letzten Wochen häufig gefragt. Schwierig zu beantworten. Aber dafür steht
der Titel „kona unchained“. Locker, frei und unverkrampft nach Hawaii reisen, einen unvergesslichen Urlaub haben, viele neue Menschen kennenlernen und das tun, was man am liebsten macht. Dann sehen wir mal, was dabei heraus kommt.

Hier der Link:

https://www.youtube.com/watch?v=6kIHieEOBBU

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Nächste Woche geht es Rund in Wambach beim Sport- und Gesundheitstag

Veröffentlicht: Sonntag, 20. August 2017, 10:39 Uhr

Am 26.08.17 veranstaltet die SG Wambach einen Sport- und Gesundheitstag.

Die Teilnehmer erwarten u.a. die  Themen Osteopathie, Ernährung, Achtsamkeit,  Rückenschule, Laufen und körperliche Leistungsmessung.
Zusammen mit meiner Kollegin Maija Karakecba aus der Praxis in Wiesbaden werde ich über das Thema Osteopathie referieren und freue mich viele neue und bekannte Gesichter zu sehen.

Hier der Link zum Artikel im Wiesbadener Kurier dazu:

http://www.wiesbadener-kurier.de/lokales/untertaunus/schlangenbad/die-sg-wambach-veranstaltet-erstmals-einen-sport-und-gesundheitstag_18119869.htm

One week after

Veröffentlicht: Montag, 17. Juli 2017, 18:52 Uhr

Ganze fünf Jahre hat es gedauert, bis ich da bin, wo ich hinwollte. Wie war das mit dem Thema „Geduld haben“?

Wer jetzt auf einen Wettkampfbericht gewartet hat, den muss ich leider enttäuschen. Viel mehr will ich beschreiben, wie es mir davor ergangen ist, denn das war auch für mich das interessanteste an dem Vorhaben „Ironman“.
Fangen wir also mal Ende 2012 an, als ich kaum ohne Schmerzen auch nur gehen konnte und das Thema Ironman in schier unerreichbarer Ferne lag.
Selbst auf meinem so geliebten Rad fuhr immer der Knieschmerz mit. Besonders hart war meine Situation zu diesem Zeitpunkt, da ich durch meinen Mann Gregor und meinen Job immer von austrainierten und extrem fitten Triathlonprofis umgeben war. Anfangs wollte ich es selbst nicht wahrhaben, dass meine Lage wirklich extrem desolat war und ich ging 2013 auch unter großen Schmerzen beim Ironman 70.3 in Wiesbaden an den Start, den ich (welch ein Wunder) nicht beenden konnte. Danach war es lange nicht sicher, ob es mit dem Laufen überhaupt nochmal was werden sollte, denn ich hatte den Bogen (bzw. genaugenommen den Tractus iliotibialis) absolut überspannt.
Ab dann habe ich mich irgendwie mit der Situation arrangiert und mein Fokus war es, Gregor bei seiner Profi-Karriere optimal zu unterstützen. Ich reiste also mit ihm sofern mir es jobtechnisch möglich war mehr oder weniger um die Welt und trainierte in seinen Trainingsgruppen mit. Ich fuhr in dieser Zeit sehr viel Rad, denn das war irgendwann wieder ohne größere Probleme möglich. So kam ich z.B. 2014 auf über 13000 Kilometer, die ich größtenteils mit sehr erfolgreichen Triathleten fahren durfte.
Meinen bis Tag X morgendlichen Auftaktlauf ersetze ich durch ein morgendliches Schwimmen. Egal ob Athleten wie ein Steffen Justus oder Mario Mola oder Trainer wie Dan Lorang oder Joel Filliol: alle mussten meist grinsen, wenn ich als erste im Wasser war.
Des Öfteren wurde ich nach meiner Motivation für das alles gefragt, da es auch bis dato keine Möglichkeit für Wettkämpfe gab, ich aber (bis auf das Laufen) sehr viel mit Weltklasseathleten trainierte. Von Ihnen allen lernte ich immens viel.
Die jahrelange Beharrlichkeit hat sich ausgezahlt, denn insgeheim hatte ich immer daran geglaubt, irgendwann bei einem Ironman am Start zu stehen. Und wenn es erst im Alter von 50 Jahren gewesen wäre.

So, nun wieder ins Jahr 2017 zurück und hinein in die erste Juliwoche.
Die Woche vor dem Tag X war wie Urlaub. Ich habe bereits Donnerstag und Freitag nicht gearbeitet und Montag-Mittwoch schon wenig trainiert. Dementsprechend war es eine total ruhige Woche. Das Wetter war super und ich fast mies drauf, weil ich mich zusammenreißen musste nicht zu lange Rad zu fahren. Gutes Wetter und Zeit, das heißt im Normalfall lange Radtour!
Die „Strategie“,(wenn man das so nennen kann) war aber mit den Umfängen zurückzufahren, allerdings trotzdem in meinem „normalen“ Rhythmus zu bleiben, den ich gewohnt bin.
So verbrachte ich in der Race-week noch 10km im Wasser, 100km auf dem Rad und 20km zu Fuß, ehe es am 09. Juli auf die Strecke ging. Da muss ich auch Gregor danken, der mich darin bestärkte, im Vorfeld nicht zu wenig zu machen.
Da ich schon seit meiner Kindheit Wettkämpfe jeglicher Art bestreite, bin ich vor Wettkämpfen eigentlich nicht sonderlich nervös. Klar, eine gewisse Grundspannung ist meist am morgen eines Wettkampfs da, was bei mir aber noch nie dazu führte, dass ich alle fünf Minuten auf Toilette renne oder Herzklopfen etc habe. Eigentlich!
Diesmal war es anders. Samstag stieg die Aufregung merklich an, was ich erst aber nicht richtig zuordnen konnte. Schließlich musste ich mir aber eingestehen, dass dies die Vorwettkampf-Nervosität war. Man sagt sich zwar, bleib locker und entspann dich, denn es geht ja um nichts, dennoch war ich so aufgeregt wie schon lange nicht mehr.
Glücklicherweise hindert mich diese besondere Gefühlslage nicht daran, sowohl am Tag vor dem Rennen, wie auch am Wettkampfmorgen ordentlich zu essen und auch in den Tagen zuvor die Speicher gut zu füllen. Ich denke im Nachhinein auch, dass mir das mitunter so gut durch den Wettkampf geholfen hat. Wer gesehen hätte, was ich morgens um 4 Uhr essen kann, der wäre vom Glauben abgefallen.
Das war jedoch auch meine größte Angst, die ich hatte im Wettkampf keine Energie mehr zu haben. Man hört ja im Vorhinein so einiges zum Thema Ernährung und liest den ein- oder anderen Bericht über Wanderungen auf dem Marathon von Dixie zu Dixie. Ich bin froh, dass mir das erspart geblieben ist, so konnte ich den Tag voll und ganz genießen.
Irgendwelche Rechenexempel zu starten, wann ich genau wie viele Gramm Kohlenhydrate zu mir nehmen muss hatte ich keine Lust. Diese Unlust, so etwas auszurechen, nach Wattzahlen auf dem Rad zu fahren etc. zieht sich bei mir auch generell durch. Viel schöner ist es doch nach Gefühl zu gehen. Dieses „Gefühl“ sollte ich doch auch allein schon durch meinen Beruf mitbringen.
Mittlerweile habe ich dieses nötige Gefühl auch für mich und meinen Körper bekommen. Genau diese entscheidende Fähigkeit hatte ich vor fünf Jahren noch nicht! 

Daher habe ich auch keinen Trainingsplan, Coach oder sonstiges spezielles Equipment. Ich vertraue voll und ganz auf das Gefühl der Eva Buchholz :-) 

Tja, der Renntag verlief dann relativ unspektakulär. Ich spulte alle Disziplinen nacheinander ab und freute mich vielmehr über die vielen Freunde und Bekannten auf der Strecke, die diesen Tag zu etwas ganz besonderem gemacht haben. Ich danke euch ALLEN (!!!) von Herzen, denn ihr habt einen wesentlichen Beitrag zu diesem Ergebnis geleistet und mich quasi über die Strecke getragen.
Was ich im Vorfeld an Anrufen, Mails oder sogar Postkarten (Stichwort Oskar ;-) ) bekommen habe hat Flügel verliehen - so ganz ohne Red Bull ;-)

Darauf bin ich stolz, dass ich nun diese kleine „Erfolgsgeschichte“ erzählen kann.
Dass ich letztendlich auch noch unter 10 Stunden (9:42:15h) ins Ziel komme, damit 14. Frau overall werde und meine Altersklasse gewinne war nur Zugabe.
Das Ticket nach Hawaii wurde damit gelöst und so werde ich im Oktober sogar noch einen zweiten Ironman in diesem Jahr machen. Wer hätte das gedacht?
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One week to go

Veröffentlicht: Samstag, 01. Juli 2017, 11:44 Uhr

Nun ist es noch eine knappe Woche bis zu „meinem“ Tag des Jahres 2017. Am liebsten würde ich schon morgen starten...

Nachdem ich bereits zu Beginn dieses Jahres wegen Zahnproblemen heftig zu kämpfen hatte und dadurch so wenige Kilometer an Land bzw. im Wasser wie schon lange nicht mehr hatte, war ich froh, dass es im März endlich aufwärts ging. Zusammen mit meinem Mann verbrachten wir im Februar tolle zwei Wochen auf Mallorca und es standen schon längere Ausfahrten mit 200km zu Buche.

Der nächste Dämpfer ließ nur leider nicht lange auf sich warten. Nachdem ich das Radrennen am 1. Mai (immer noch bekannt als „Henninger-Turm-Rennen“) gewinnen konnte und eigentlich weiter im Training durchstarten wollte, verlief der Mai ganz anders. Mehr oder weniger fast den gesamten Monat konnte ich nicht trainieren, denn ich hatte mir die bis dato heftigste Grippe meines Lebens eingefangen, die mich in die Knie und noch weiter runter zwang. Ich lief eher einen Ärztemarathon und dachte, ich hätte mir wieder eine Herzmuskelentzündung eingefangen. Das brachte mich fast zur Überlegung, den Ironman am 9.7. schon frühzeitig abzusagen. Wer kaum in die Wohnung in den 3. Stock kommt, braucht nicht an ein Ironman-Finish zu denken. Am 31.05., also pünktlich zum Ende des Monats fällte ich die Entscheidung doch zu starten, nachdem ich zum Test mal aus dem Stand 180km alleine fuhr und dies relativ unproblematisch klappte.

Der Juni verlief dann endlich wieder nach Plan und ich konnte, auch Dank des guten Wetters ordentlich trainieren und nochmal ein paar Kilometer sammeln. In Zahlen: 80km swim, knapp 1500km bike und 160km run. Hört sich nicht sonderlich viel an, aber nachdem ich fast wieder bei Null anfangen musste, war das doch solide und auf diese Basis lässt sich aufbauen.

Das Highlight im Juni war die Teilnahme beim Ironman 70.3 Luxembourg als Staffelläuferin. Ein Wochenende mit tollen Menschen, viel Sport und einem noch nicht ganz zufriedenstellenden Halbmarathon in 1:33h. Aber was soll’s, Hauptsache am Ende verletzungsfrei.

Mein Vorhaben, gesund an den Start des Ironman zu kommen rückt nun in greifbare Nähe und auch für den Marathon sieht es sehr positiv aus, was im Hinblick auf meine Knie - und Hüftproblematik („runners knee“ und „Hüftimpingement“) schon jetzt ein Erfolg ist.

Wenn ich dann auch noch ins Ziel komme, habe ich mein Vorhaben erreicht. Von Zeiten sprechen wir nicht. Ich werde zwar häufig gefragt, was denn meine Vorstellung sei, aber da möchte ich mich nicht unter Druck setzen, auch wenn ich mich nicht ganz von Träumen über Wunschzeiten befreien kann. Der Kopf ist willig und so wird man sehen, was der Körper am 9.7. hergibt.

Ich freue mich übrigens sehr über die vielen positiven Zusprüche, gedrückten Daumen und natürlich auch bekannten Gesichter auf der Strecke!

Life is a rollercoaster

Veröffentlicht: Montag, 09. März 2015, 08:10 Uhr

Das beschreibt die momentane Situation am besten.
Derzeit verweile ich weit weg von zu Hause in Australien. Als „Vorhut“ sind wir schon seit ein paar Tagen den der Goldcoast und warten auf den restlichen Teil des DTU-Teams, der direkt vom ersten WTS-Rennen aus Abu Dhabi kommt.
Ich berichte jetzt einfach mal von meinen Eindrücken der letzten zwei Tage.

Generell waren die letzten Tage und Wochen sehr ereignisreich, sowohl aus privater, als auch aus beruflicher Sicht. „Rollercoaster-Like“ eben.
Aber auch wenn es mal nicht so läuft, wie man sich das vorstellt und man gefühlt in der Achterbahn nach unten fährt, sollte man nie den Kopf in den Sand stecken und das Beste aus jedem Tag machen!

So beschloss ich, den heutigen letzten „freien“ Tag nochmal so richtig zu nutzen und schwang mich voll motiviert auf mein Rad.
Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wann ich das letzte Mal so gelitten habe wie heute. Die Aussies sind, was den Straßenbau in den Bergen angeht sehr pragmatisch. Das meint: Berg = bauen wir einfach eine Straße darüber, egal wie steil der Berg ist. Serpentinen? What does that mean???
So erlebte ich den Aufstieg auf den Mount Tamborine. Eines muss man den Aussies aber lassen: wenn sie schreiben, dass auf den nächsten 2,4km mit 18% Steigung zu rechnen ist, dann sind es auch genau 2,4km. Punkt. Und diese erbarmungslos, fast ausschließlich geradeaus. Ich dachte, ich sei sonst wo. Da fährt man von der flachen Küste nicht mal 50km in die Berge hinaus und steht an einem Anstieg, der am besten zu vergleichen ist mit dem Aufstieg zu den „Drei Zinnen“, Refugio Lavaredo. Das ist der Anstieg, den ich am ehesten mit dem heutigen vergleichen kann-allerdings ist dieser letzte Abschnitt der drei Zinnen, den ich meine „nur“ 4km lang (heute waren es 9km!).
Ich glaube, der Passo di Stelvio wäre mir heute lieber gewesen...unglaublich!
Natürlich gibt es an solchen Tagen keine einzige Wolke, die mal eben etwas Schatten spendet und man hat auch nur eine Flasche dabei, die natürlich im richtigen Moment leer ist. Meine mitgenommene Banane hatte mich vorher schon gerettet!
Oben angekommen habe ich heute vergeblich nach einem Café zum „reboost your sugers“ Ausschau gehalten, aber der Rückweg war ja um einiges schneller und der nächste Stop schon vorher ausgemacht. So holte ich mir die verbrauchten Kalorien mit diesem besagten Spruch der Kellnerin direkt wieder, die absolut verblüfft schaute, als wir über meine Tour sprachen.
Da muss ich direkt loswerden, dass der Kaffee hier ausgezeichnet ist! Da müssen wirkliche Barista am Werk sein. Ein Genuss!
Diese grandiose Natur und der Anblick von Kängurus und Koalas entschädigt aber auch für die Quälerei heute. Surfers Paradise habe ich übrigens auch schon „besichtigt“. Das Surfboard muss allerding noch auf seinen Einsatz warten.
Zu guter Letzt sprang ich noch mit den letzten Sonnenstrahlen in den Pool und konnte noch ein paar ruhige Bahnen ziehen.
Noch eines zum Thema Abendessen. In dem untergebrachten Sports Center ist so einiges los. So tummeln sich etliche Sportler unterschiedlichen Alters und Sportart. Nicht jedoch Sonntag Abend. So hat uns einer der Verantwortlichen gefragt, ob wir auch alleine zurecht kämen. Er hat uns in die Großküche eingewiesen und gezeigt, wo wir unser Essen in der Kühlkammer finden würden. Gesagt, getan. Mit dem Rad schnell zum Center gefahren und so habe ich noch mit Helm die Kühlkammer gestürmt. Wo gibt’s denn sowas? Genial!

Morgen geht es mit vollem Elan in die nächste Trainingsphase mit den Kurzdistanzlern, denn das nächste WTS-Rennen steht schon an: Auckland/NZL.
Auch dort werde ich vor Ort sein und alles tun, dass wir gute Ergebnisse mit nach Hause bringen!

Viele Grüße aus Down Under!

2015 03 09 10.00.002015 03 08 16.15.20

2015 03 09 10.04.30

2015 03 08 14.25.092015 03 08 16.08.04

2015 03 07 17.14.55

2015 03 07 17.25.002015 03 08 18.39.26

"Wort zum Sonntag"

Veröffentlicht: Samstag, 20. Dezember 2014, 15:08 Uhr

Von außen betrachtet trainiere ich eigentlich für NICHTS. Ich weiß nicht ob ich überhaupt bzw. wann ich wieder einen Triathlon bestreiten kann. Trotzdem mache ich weiter. Das Rad dreht sich immer weiter.
Heute ist so Tag, an dem man sich und sein Handeln wieder mal stärker hinterfragt. Heute morgen bin ich nach einer anstrengenden vorweihnachtlichen Arbeitswoche erstmal 5km geschwommen (nachdem ich gestern gleich 2x im Wasser war und 7km abgespult habe). Jeder, der mich kennt weiß, wie „mühsam“ ich mir jeden einzelnen Kilometer im Wasser erarbeite.
Dann gab es ein reichhaltiges Frühstück und weiter ging es auf’s Rennrad. Losgefahren noch im Trockenen, aber ziemlich schnell wurde es immer windiger und dann auch nass. Statt dann aber auf relativ direktem Weg heimzufahren, hängte ich noch eine Schleife auf meiner Runde ran, um auch wirklich auf 2,5 Stunden Fahrzeit zu kommen. Durchnässt und mehr oder weniger durchgefroren kam ich wieder zurück nach Hause.

Für mein Verhalten werde ich oftmals belächelt und selbst mein direktes Umfeld kann mich nicht verstehen, warum ich mir das „antue“.
„Antuen“ tue ich mir damit nichts, vielmehr gebe ich mir damit ein wahnsinnig gutes Gefühl und mir geht es dadurch extrem gut!
Klar würde ich morgens auch manchmal lieber im Bett liegen bleiben und noch eine Stunde länger schlafen, aber wenn ich nach der morgendlichen Schwimmeinheit auf der Arbeit erscheine, geht es mir einfach nur super.
Ein direktes Ziel zu haben, auf das ich hintrainiere, würde mir zwar durchaus helfen, aber letztendlich mache ich alles für MICH und mein Wohlbefinden. Wenn das nicht genug „Ziel“ und Motivation ist, dann weiß ich es auch nicht! Lob und Anerkennung von außerhalb ist zwar schön, aber noch besser ist es doch, mit sich selbst im Reinen zu sein und wie jetzt zufrieden auf dem Sofa zu sitzen und den Abend zum 4. Advent zu genießen.
In diesem Sinne: fröhliche Weihnachten!

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